RuhrNachrichten, 14.Februar 2011

Das Akkordeon-Orchester Lünen 1951 unter der Leitung von Andreas Patschinsky begeisterte die Gäste im Hilpert-Theater mit einigen Höhepunkten - und am Ende sogar zusammen mit einem Ensemble der Musikschule
RN-Fotos Beuckelmann
Ovationen zum Jubiläum
Akkordeon-Orchester Lünen 1951 feierte 60-Jähriges mit Konzert im Theater
LÜNEN. 60 Jahre und kein bisschen "verstaubt": Beschwingt und frisch präsentierte das Akkordeon-Orchester Lünen 1951 am Samstag rund 400 Besuchern im Heinz-Hilpert-Theater Höhepunkte zur Feier des 60-jährigen Bestehens.
Das zweistündige Konzerterlebnis begann furios und einfühlsam mit der "Morgenstimmung" aus der "Peer Gynt-Suite" von Edvard Grieg, das zu den bekanntesten klassischen Orchesterstücken der romantischen Musik zählt.
Passend zum Stück war das Licht gedämmt. So spielte das Akkordeon-Orchester unter der Leitung von Andreas Patschinsky, der mit einem Leuchtstab dirigierte, fast im Dunkeln. Doch alle Töne saβen.
Die kleinen Lampen an den Notenständern imitierten fast einen Sternenhimmel, während auf einer Leinwand skandinavische Landschaften projiziert wurden.
Das rund 30-köpfige Orchester bot eine überwältigende Klangfülle und präsentierte anspruchsvolle Werke, wie etwa die "Sinfonia alla Barocco" von Ted Huggens.
Das dreisätzige Stück zitierte Motivketten und melodische Muster von Bach. Die konzertierenden Musiker meisterten auch die vierstimmige Fuge und rasante Verzierungen zur Freude der Zuhörer, die mit Ovationen nicht geizten.
Einen virtuosen Leckerbissen präsentierte das Lüner Akkordeon-Quintett "Con Fuoco" (quasi ein "Eigengewächs" des Akkordeon-Orchesters) mit Sabine und Andreas Patschinsky, Stefan Knaak, Norbert Schulz und Dominik Wied. Der von ihnen exzellent dargebotene "Hummelflug" von Rimski-Korsakow war ein Gedicht. Ein musikalisches Denkmal an die Büroschreibmaschine bot die originelle Interpretation des Titels "The Typewriter" mit Dietmar Schatte als Solist.
Auch die "Stenotypistinnen" Andrea und Bettina machten als Helferinnen eine gute Figur.

Orchestergründer Heinz Gössing wurde auf der Bühne mit Blumen geehrt.
Für kammermusikalische Atmosphäre sorgte das Kammermusik-Duo Kristin Patschinsky (11) am Violoncello und Julius Schepansky (12) am Klavier. Beide gefielen durch harmonisches Zusammenspiel und zeigten etwa mit dem "Danse Rustique" von William Henry Squire eine temperamentvolle, gelungene Darbietung, die mit viel Beifall honoriert wurde.
Zum Gelingen des Konzertes trug auch das talentierte Akkordeon-Ensemble der städtischen Musikschule Lünen bei. Es präsentierte u.a. Titel wie "Satellite". Gefeierter Höhepunkt war "The Final Countdown" mit allen Akteuren.
www.akkordeon-luenen.de